Monat November
Planung einer Fragmententfernung mit Hilfe der Digitalen Volumentomographie (DVT)
Das Verbleiben eines intrakanalären Fragments verhindert die vollständige Reinigung, Desinfektion und den bakteriendichten Verschluss des Wurzelkanalsystems.
Der Patient wurde überwiesen zur orthograden Fragmententfernung aufgrund einer fortbestehenden apikalen Parodontitis am Zahn 36. Auf der zweidimensionalen Röntgenausgangsaufnahme ließ sich das Fragment unterhalb der Wurzelkanalkrümmung im apikalen Wurzeldrittel erkennen (Abb. 1).
Folgende Fragestellungen konnten erst mit einer DVT-Aufnahme (Abb. 2) abgeklärt werden:
- Liegt eine Vertikalfraktur vor?
Antwort: Nein.
- Befindet sich das Fragment lingual, bukkal oder in einem Isthmus eingeklemmt?
Antwort: Lingual.
- Im Fall einer Konfluenz der Wurzelkanäle: Liegt das Fragment genau am Schnittpunkt?
Antwort: Nein, oberhalb.
- Kann das apikale Wurzelkanalsystem ohne Entfernung des Fragments erreicht werden, so dass es belassen werden kann?
Antwort: Ja.
- Besteht eine große oder geringe Distanz zwischen den mesialen Wurzelkanälen, so dass die Dentinbrücke bei Erfordernis entfernt werden kann?
Antwort: Geringe Distanz, eine Entfernung ist möglich.
- Welche weiteren anatomischen Besonderheiten sind zu beachten?
Antwort: Distal zwei Wurzelkanäle, mesial Verdacht auf Stufenpräparation.
Mit der Auswertung der DVT-Aufnahme erschien das Belassen des Fragments möglich, da es sich um ein konfluierendes Wurzelkanalsystem handelte mit einer schmalen Wurzel. Über den mesiobukkalen Wurzelkanal bestand die Möglichkeit für einen suffizienten Zugang für die Desinfektion bis zum Apex. Während der mechanischen Erweiterung und Reinigung löste sich jedoch das Fragment und bewegte sich weiter in Richtung apikal (Abb. 3), so dass es mit Hilfe einer sonoabrasiven minimalinvasiven Präparation vollständig entfernt werden musste (Abb. 4). Auch wenn das Belassen des Fragments in diesem Behandlungsfall die bevorzugte Therapievariante darstellte, gelang die orthograde minimalinvasive Entfernung unter Sicht mit einem Dentalmikroskop aufgrund exakter anatomischer Informationen aus der DVT-Aufnahme (Abb. 5 und 6).
Dipl.-Stom. Michael Arnold, Dresden,
endo.arnold@web.de

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