Monat Mai
Perlen im Zahn? Kein Grund zum Verzweifeln!
Nachdem der Patient infolge persistierender Schmerzen am Zahn 27 bereits zwei unterschiedliche Zahnarztpraxen konsultiert hatte, suchte er erneut seinen Hauszahnarzt auf. Der Kollege kam nach dem Versuch der Wurzelkanalbehandlung zum Entschluss, dass eine Wurzelkanalbehandlung nicht möglich sei. Es gelang nicht, die Pulpakammer am Zahn 27 unter Sichtkontrolle freizulegen, so dass er den Patienten zur Extraktion des Zahnes
überwies. Der oralchirurgische Kollege verweigerte jedoch die Extraktionstherapie und überwies den Patienten weiter in eine auf Endodontie spezialisierte Praxis.
Nach Eröffnung des Zahnes unter absoluter Trockenlegung mit Kofferdam gelang es unter Sicht mit dem Dentalmikroskop, einen perlenförmigen Dentikel darzustellen, der fast die gesamte Pulpakammer ausfüllte (Abb. 1). Die Entfernung des Dentikels erfolgte substanzschonend mit Rosenbohrern und mit Ultraschallinstrumenten (Abb. 2). Der am Pulpakammerboden adhärente Dentikel blockierte zusätzlich den Zugang zum Wurzelkanalsystem, so dass vorsichtig mit Langschaftrosenbohrern in den Größen 008 bis 005 nachgearbeitet werden musste (Abb. 3).
Die Entfernung war trotz optimaler Sicht mit dem Dentalmikroskop und Einsatz von Ultraschall insgesamt sehr aufwändig und hat in diesem Fall länger gedauert als die anschließende maschinelle Erweiterung des Wurzelkanalsystems.
8 Monate p.op. ist der Patient beschwerdefrei und radiologisch besteht kein Anhalt auf pathologische Befunde (Abb.4).
Dr. Andreas Habash
ahabash@web.de

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