Monat März
(Er-)Kenntnisgewinn durch Fortbildung
Der hier gezeigte Fall verdeutlicht, wie die eigene Behandlungskompetenz durch gezielte Fortbildung zunehmen kann. Der Zahn 46 wurde über die Jahre 2000-2010 von mir therapiert.
Nach einem Versuch einer Vitalerhaltung erfolgte die erste Wurzelkanalbehandlung im September 2000. Die Wurzelkanäle waren stark verengt, wurden nicht genügend aufbereitet und waren im Ergebnis deutlich unterfüllt (Abb. 1). Im Verlauf der Röntgennachkontrolle stellte sich die apikale Aufhellung zunehmend größer dar (Abb. 2). Nach dem erneuten Auftreten von Beschwerden erfolgte 2005 die erste Revisionsbehandlung. Ich hatte in der Zwischenzeit einige einzelne Endo-Fortbildungen belegt, so dass es mir gelang, die Wurzelkanäle vollständig zu erschließen und abzufüllen (Abb. 3). Im Februar 2009 fiel bukkal am Zahn 46 eine Fistel auf. Mit Hilfe einer Fistelkanaldarstellung konnte der Ursprung der mikrobiellen Infektion lokalisiert werden (Abb. 4). In den verstrichenen 4 Jahren absolvierte ich das Endodontie-Curriculum der DG-Endo, viele weitere Einzelfortbildungen und Hospitationen und erwarb ein Dentalmikroskop. Im März 2009 führte ich die zweite Revision des mesialen Kanalsystems durch. Die große Vergrößerung durch das DM ermöglichte zusammen mit dem Wissen um einen "middle mesial" - Wurzelkanal das Auffinden des eigentlichen mesiobukkalen Wurzelkanals (Abb. 5-7).
Die Fistel heilte bereits nach einer Woche klinisch ab. Die Röntgenkontrollen lassen erstmals eine Verkleinerung der mesialen apikalen Aufhellung erkennen bei klinischer Symptomfreiheit (Abb. 8 und 9).
Dr. Volker Wettlin, Wenningstedt/Sylt,
info@wettlin.de

li. oben: Darstellung des unbehandelten mesiobukkalen Wurzelkanals bei 6facher Vergrößerung unter Sicht mit dem Dentalmikroskop
li. unten: Vollständig aufbereitetes Wurzelkanalsystem in der mesialen Wurzel mit drei konfluierenden Wurzelkanälen
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