Monat Dezember

Revaskularisierung und Apexifikation

Bereits 1952 wurden erste Konzepte von Hermann zur Regeneration pulpaler Strukturen beschrieben. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden diese besonders in den Bereichen der GBR- und GTR-Prozeduren weiterentwickelt. Die Erfahrungen dieser und weiterer regenerativer Verfahren, als auch Neuerungen im Bereich der Stammzellforschung, haben in den letzten Jahren klinische Anwendungen zur Regeneration pulpo-dentaler Strukturen hervorgebracht.

Im vorliegenden Fall stellte sich der 10-jährige Patient 4 Monate nach einem Frontzahntrauma mit Schmerzen am Zahn 11 und einer infizierten Pulpanekrose vor (Abb. 1). Es wurde ein regeneratives Verfahren des Pulpa-Dentin-Komplexes eingeleitet, um ein weiteres Wurzellängen- und Breitenwachstum bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum zu induzieren.

Nach Trepanation wurde das Endodont mit NaOCl ultraschallaktiviert aufbereitet und eine aus drei Anteilen bestehende Antibiotikapaste (Iwaya et al., 2001) eingebracht.

In der Folgesitzung wurde die Antibiotikapaste mit NaCl herausgespült und eine Einblutung von periapikal in das Kanallumen induziert (Abb. 4). Das Blutkoagel dient als Matrix für die Einsprossung periapikaler Strukturen und beinhaltet diverse Wachstumsfaktoren (Abb. 5). Vorhandene Stammzellen der Pulpa und der apikalen Papille sollen sich in diesem Verfahren differenzieren und zur Regeneration des Pulpa-Dentin-Komplexes führen (Friedlander et al., 2009).

Das Blutkoagel wurde mit MTA im zervikalen Wurzelbereich abgedeckt und der
Zugang verschlossen (Abb. 2 und 6).

Nach einem halben Jahr zeigt sich ein weiteres Wurzelwachstum und eine
Verengung des Foramen apicale (Abb.3). Eine Zahnverfärbung konnte vermieden
werden (Abb. 7).

Dr. Bijan Vahedi, Augsburg
info@vahedi.de

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